Anaparastasis. Jenseits der Bilder

Die Griechische Kulturstiftung Berlin präsentiert: | Anaparastasis. Jenseits der Bilder. Eine Zeitgenössische Oper. Eine Produktion von Sabrina Hölzer mit Musik von Jannis Christou, Toshio Hosokawa, Thomas Tallis und einem japanischen Chõshi.

Premiere: 29. November 2009, 21:00 Uhr, Eintritt 18 €

Berlin Gemäldegalerie Kulturforum am Potsdamer Platz

Veranstalter: Zeitgenössische Oper Berlin

Anaparastasis. Jenseits der Bilder ist ein Abend für die Gemäldegalerie. Im Zentrum stehen vier musikalische Werke aus verschiedenen Epochen: ein mündlich überliefertes japanisches Chõshi aus der Tradition der japanischen Gagaku-Musik, ein Schlagzeug-Solo des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa von 1993, eine Performance von 1969 aus dem Anaparastasis-Zyklus des ägyptisch-griechischen Komponisten Jani Christou und die vierzigstimmige Motette Spem in alium des englischen Komponisten Thomas Tallis, entstanden im 16. Jahrhundert.

Die vier Stücke sind keine Opern und keine Musiktheaterstücke im klassischen Sinne. In ihrem performativen Charakter verkörpern sie weniger das Erscheinungsbild des Theatralen als vielmehr dessen Wurzel. Sie stammen aus verschiedenen Kontexten und Zeiten. Sie bewegen sich zwischen den Welten, den kulturellen Welten, den philosophischen Welten, den Gattungswelten, zwischen der materiellen und der immateriellen Welt. Sie wurden von mir in bestimmter Folge ausgewählt, miteinander verbunden und im Herzen mythischer Gemälde inszeniert, in einen Saal gebracht, der frei ist für die Schwingung innerer Bilder. Bei diesen Stücken geht es nicht um das Erspielen individueller Dramen oder Geschichten.

In diesen Stücken geht es um die Annäherung an das Ur-Drama der menschlichen Erfahrung von Werden und Vergehen, von Leben und Tod, von Gnade und Zerstörung. Es geht um einen naturgegebenen menschlichen Zustand jenseits seiner geschichtlichen Verortung.

Der Frage des menschlichen Seins als zyklisch wiederkehrende Materialisierung eines kontinuierlichem Geistesstromes widmet sich der griechische Komponist Jannis Christou auf seine Weise. Mit seiner Idee der Anaparastasis Stücke sucht Christou das Klima der Rituale früher Kulturen auf, die er als Wiederaufführung (griechisch: anparastasis) des menschlichen Ur-Dramas – der Angst des Menschen vor dem Abbruch des Zyklus von Werden und Vergehen – versteht.

Mit dem Kompositionsprinzip des „Lunar Pattern“ richten sich die Werke der Anaparastasis-Reihe in das Zentrum der Angst des Menschen vor der totalen Eklipse, seiner Panik vor der ewigen Finsternis. Das Werk ist im Phasenverlauf des Mondzyklus angelegt und fordert von seinen Performern am „kritischen Punkt der Eklipse“ das Zulassen der „totalen Panik“ vor dem Moment ewiger Verdunkelung, dem ein kontinuierlicher Ton gegenüber steht, der jenseits historischer Individualität den Zyklus durchströmt.

Weitere Aufführungen:
30.11., 8.12., 9.12.09, jeweils 21 Uhr.

Die Gemäldegalerie ist im Anschluss bis 23 Uhr geöffnet.

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